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Flathy

Wir waren 22 Monate unterwegs und sind nun wieder zu Hause in der Schweiz!

ALASKA - Into the wild!

10.07.2016 – 26.07.2016: Dawson City – Top of the World Hwy (Kanada/USA) – Fairbanks – Dalton Hwy – Arctic Circle – Fairbanks – Denali NP – Anchorage – Kenai – Homer – Seward – Valdez – Haines (USA/Kanada) – Whitehorse [Route]

Wir sind in Alaska angekommen! Nach wunderschönen aber auch herausfordernden 70`000 Kilometern und knapp 20 Monaten „on the road“ haben wir nun den nördlichsten Endpunkt unserer Reise erreicht! Aber eigentlich war für uns Alaska nur ein Orientierungspunkt auf der Landkarte, als wir unsere Panamericana-Route grob planten. „Der Weg ist das Ziel“, dies haben wir während unserer Reisezeit sehr intensiv erlebt und erfahren. Daher ist es für uns einerseits wunderschön hier oben im Norden angekommen zu sein, anderseits bedeutet es auch, dass wir geografisch einen Endpunkt erreicht haben und von nun an eigentlich „nach Hause“ fahren werden! Worauf wir uns aber auch sehr freuen!

Alaska zeigte sich uns von seiner besten Seite. Anders als in Kanada genossen wir Sonnenschein pur und sommerliche Temperaturen, dies hätten wir nicht erwartet. Endlich gab es anstatt Bäume, Seen und Flüsse, Berge, Gletscher und Fjorde zu sehen - das typische Postkartenalaska! Wunderschön!

Doch beginnen wir in der Goldgräberstadt Dawson City und fahren zusammen nach Alaska:

Am Ortsende von Dawson endet die Strasse und mit der Gratis Fähre überquerten wir den riesigen Yukon um auf der anderen Seite den „Top of the World“ Highway zu befahren. Die Schotterpiste stieg schnell an und bald schon befanden wir uns über der Baumgrenze und soweit das Auge reichte, sah man nur Wildnis. Wir genossen die Fahrt und die endlose Weite, die zu unseren Füssen lag. Nach ein bisschen mehr als 100 Kilometer erreichten wir die US-amerikanische Grenzstation im Nirgendwo. Der Grenzübertritt verlief problemlos und bald zeigte sich uns das Schild: „Welcome to Alaska“! Wir folgten weiter der einsamen Strasse bis in das Goldgräbernest Chicken. Früher eine Goldgräberstadt wie Dawson, doch heute eher ein Spielplatz für Touristen. Überall kann man Goldwaschen und alte Maschinen bestaunen. Wir machten kurz halt um den riesigen schwimmenden Goldschürfbagger zu bestaunen. Diese Bagger wurden auf allen Flüssen im hohen Norden eingesetzt um das Flussbett nach Gold abzusuchen.

Beeindruckt von der riesigen Maschine, mitten in der Wildnis, setzten wir unsere Fahrt fort. Die Flüsse entlang der Schotterpiste wurden alle, auf der Suche nach Gold, schon mehrmals umgegraben und das Bild das sich uns bot, war nicht gerade schön. Schotterberge, alte Metallteile und hängengebliebene Goldsucher ziehen an unserem Fenster vorbei. Bald erreichten wir wieder den Alaska Highway, welcher uns schon durch Kanada geführt hat. Wir fuhren weiter bis zur Stadt Fairbanks und erkundigen uns in der Touristeninformation über den Dalton Highway, welcher über 780 Kilometer bis ans Nordpolarmeer führt. Noch am selben Abend fuhren wir die ersten Kilometer in Richtung Norden. Der Dalton Highway wurde ursprünglich für den Bau der Trans-Alaska-Pipeline gebaut und diente danach als Unterhaltsstrasse für die Pipeline. Erst Mitte der 1990er Jahre wurde er für den Privatverkehr freigegeben und gilt nun als Abenteuerstrecke in den Norden, denn es handelt sich grösstenteils um eine Schotterpiste mitten durch die Wildnis. Wir hatten uns vorgenommen, die ersten 300 Kilometer bis zum Polarkreis zu fahren. Anfänglich führte uns die Fahrt noch durch Wälder und über unzählige Hügel, bald aber wurde es flacher und die Bäume verschwanden allmählich. Entlang der Strecke sahen wir immer wieder die Trans-Alaska-Pipeline, die sich durch Berge, Wälder und über Flüsse windet. Die Pipeline führt vom Polarmeer über 1300 Kilometer bis an den Hafen von Valdez und transportiert täglich ca. 160 Mio Liter Rohöl (entspricht ca. 5000 Tanklastwagen!) in den Süden von Alaska. Nach mehreren staubigen Fahrstunden tauchte endlich das Schild „Arctic Circle“ auf und wir machten halt bei der Informationstafel um ein Foto zu schiessen.

Wir entschlossen uns eine Nacht am Polarkreis zu verbringen und quartierten uns auf dem nahegelegenen Campground ein. Bei schönstem Sonnenschein aber belästigt von unzähligen Mosquitos verbrachten wir einen schönen Nachmittag an diesem speziellen Ort, welcher für uns auch den nördlichsten Punkt unserer Reise darstellt. Auf dieses Ereignis und auf des erfolgreiche Befahren der Panamericana haben wir zusammen angestossen. Abends wurden wir gar nicht müde, da die Sonne uns noch um Mitternacht in einem flachen Winkel anschien.

Hier oben am Polarkreis konnten wir zu dieser Jahreszeit etwa 23 Stunden Sonnenschein geniessen. Die lange Fahrt, noch über 500 Kilometer, bis hoch ans Polarmeer wollten wir nicht mehr unter die Räder nehmen, da man mit dem Privatfahrzeug nicht einmal bis ans Meer fahren darf. Denn die Gebiete am Meer sind alle in Besitz diverser Ölfirmen und unterliegen hohen Sicherheitsvorschriften, somit ist ein Betreten nur mit einer geführten Tour möglich.

So machten wir uns anderntags wieder auf den Weg zurück nach Fairbanks. Dort angekommen besichtigten wir das Stadtzentrum, welches uns gar nicht in den Bann ziehen konnte. Wie in vielen andere US-Amerikanische Städten gibt es praktisch nichts zu sehen und zu Fuss ist es einfach nur mühsam und langweilig. Für die nächsten Tage planten wir einen Besuch im Denali Nationalpark, dieser darf wegen der vielen Wildtiere nur mit Shuttlebussen besucht werden. Daher reservierten wir uns schon in Fairbanks einen Shuttlebus für den kommenden Tag. Im Nationalpark angekommen, mussten wir feststellen, dass leider wieder alle Campingplätze ausgebucht waren und so bezogen wir einige Kilometer südlich einen privaten Campingplatz. Tags darauf fuhren wir in aller frühe zum Nationalparkbüro und stiegen um 06:30 in den Shuttlebus, welcher uns in den Park brachte. Bei stahlblauem Himmel konnten wir schon von weitem den majestätischen Denali (6194 m.ü.M.) sehen. Unterwegs sehen wir einige Grizzlybären und einer davon spazierte sogar der Strasse entlang und passierte unbeeindruckt unseren Bus. So nah hatten wir noch keinen Grizzly gesehen! Auch andere Wildtier wie Karibus und Elche konnten wir während der Fahrt sehen. Nach vier Stunden erreichten wir das Eielson Visitorcenter und konnten aus dem Bus aussteigen. Ein grandioses Panorama bot sich uns hier, der schneebedeckte Denali zum greifen nahe!

Die Rückfahrt ging ein bisschen schneller und auch sahen wir praktisch keine Tiere mehr, denn die Morgen- und Abendstunden sind die Besten für Tierbeobachtungen. Die kommende Nacht verbrachten wir auf einem Rastplatz zusammen mit tausenden Mosquitos. Diese kleinen Plagegeister machen einem das schöne Leben im hohen Norden schon schwer. Manchmal können wir keine ruhige Minute draussen verbringen und verziehen uns gerne in den mosquitosicheren Bus. Im einem kleinen Fluss in der Nähe des Rastplatzes sehen wir die ersten riesigen Lachse, welche ihre Wanderung in die Süsswasserflüsse begonnen haben. Fasziniert beobachteten wir die riesigen Fische, wie sie geschickt gegen den Strom schwammen. Einige dieser Fische legen vom Pazifik bis zu ihrem Laichplatz über 3000 Kilometer zurück. Unglaublich!

Nach dieser schönen Lachs Beobachtung fuhren wir weiter bis nach Anchorage. Die Stadt zählt über 300`000 Einwohner und ist damit das wirtschaftliche Zentrum Alaskas. Wir besuchten das ansehnliche Stadtzentrum und den grössten Wasserflugzeug Flugsee der Welt. Denn Wasserflugzeuge sind ein sehr beliebtes und praktisches Fortbewegungsmittel hier im hohen Norden. Die Nacht verbrachten wir neben vielen andern Wohnmobilen auf dem Parkplatz eines Outdoor-Geschäfts. Natürlich lassen wir uns einen Besuch im Outdoortempel nicht entgehen, denn „doing outdoors“ ist in Alaska so etwas wie eine Religion. Wer nicht campt, fischt und jagt ist niemand, könnte man fast meinen. Das Angebot ist riesig und auch fraglich, vom Zelt übers Boot bis weiter zu Tierfallen, Tarnkleidung und hunderten von Waffen kann man sich hier mit allem eindecken. Beeindruckt verlassen wir diese spezielle Welt und freuen uns über unseren kostenlosen Übernachtungsplatz.

Anderntags fuhren wir auf dem Seward Highway in Richtung der Ortschaft Kenai auf der Kenai Halbinsel.

Die Halbinsel ist heute sehr beliebt bei Fischern, da der Kenai River bestens geeignet ist um Lachse zu fangen. Tausende Fischer säumten die Flussränder und auch an der Flussmündung des Kenai Rivers tummelten sich tausende von Fischern ob vom Boote oder vom Land aus. Dies war uns zu viel Rummel und wir besichtigten nur kurz die alte russische Kirche in Kenai, welche noch von der Besiedelung Alaskas der Russen zeugt. Denn im 18. und 19. Jahrhundert besiedelten Russen die Küstengebiete Alaskas und betrieben Jagd und Pelzhandel. Die gnadenlose Jagd führt aber bald zur fast vollständigen Ausrottung einiger Tierarten und damit warf Alaska für die Zarenkrone keinen Ertrag mehr ab. Das in den Augen der Russen wertlose Land wurde für umgerechnet 7.2 Mio US$ an die Amerikaner verkauft. US-Aussenminister Seward wurde zu Beginn wegen des „Eiskasten“ Kaufs verspottet, doch Alaska sollte in der weiteren Geschichte eine wichtige Rolle für die USA spielen. Kurz nach dem Kauf durch die USA wurden riesige Goldreserven gefunden, im Pazifikkrieg wurden neue Militärstützpunkte gebaut und in den 70er Jahren wurden riesige Ölvorkommen am Polarmeer gefunden. Seit dem ist der 49. Bundesstaat sehr wohlhabend und spielte strategisch eine wichtige militärische Rolle. Auch die Dimensionen von Alaska sind eindrücklich, nur ein kleiner Teil, der 1.7 Mio. Quadratkilometer (viermal die Fläche von Deutschland), ist durch Strassen erschlossen und mit Fahrzeugen zugänglich. Ein weitaus grösserer Teil ist nur per Schiff oder Flugzeug zugänglich.

Nach diesem kleinen Exkurs wieder zurück nach Kenai. Die kleine russisch-orthodoxe Kirche liegt hoch über dem Meer gelegen und sie wirkt wie ein Fremdkörper inmitten der normal amerikanischen Holzhäuser. Ein schöner Kontrast! Doch von der Russischen Kultur ist nur in einigen Orten auf der Kenai Halbinsel noch was übrig geblieben. Wir hörten ab und zu russische Sprache und sahen die farbigen trachten, die die Russischen nachfahren tragen.

Kenai ist uns wegen der Lachssaison zu überlaufen, deshalb fahren wir noch weiter bis nach Homer am südlichen Ende der Halbinsel. Dort erwartet uns die „Halibut Fishing Capital of the World“, denn Homer ist bekannt für seine reichen Fischgründe und alles dreht sich eigentlich nur ums Fischen. Wir finden einen schönen Campingplatz mit Blick auf das Meer und die verschneiten Berge am Horizont. Zwei Tage verbringen wir in Homer und erkunden natürlich auch den Homer Spit, eine sieben Kilometer lange und schmale Sandzunge, die wie eine Nadel tief in den Kachemak Bay hineinsticht. Nun in den Sommermonaten ist der Spit voll von Fischern, Campern und Touristen. Es gibt diverse Restaurants und Souvenirshops. An einer „Fish-Cleaning Station“ bleiben wir stehen und bestaunen die riesigen Halibut fische, welche jeden Tag aus dem Meer geholt werden.

Nach zwei entspannten Tagen bei stahlblauem Himmel fuhren wir über den Seward Highway nach Seward. Unterwegs machten wir Halt beim Exit Gletscher, welchen wir auf einer kleinen Wanderung erkundeten. Eindrücklich ist der markante Rückgang des Gletsches, der mit Jahrestafeln demonstriert wird. Seward - der Name des kleinen Fischer- und Touristenortes bezieht sich auf den US-Aussenminister, der 1867 den Kauf Alaskas veranlasste. Seward konnte uns nicht wirklich in seinen Bann ziehen und wir fanden an dem Ort nichts liebliches und somit nicht was uns zum verweilen einlud. Deshalb verbrachten wir eine Nacht auf einem öffentlichen Campground direkt am Meer und am kommenden Tag nahmen wir schon Kurs auf Valdez.

Valdez wollten wir eigentlich über den Seeweg von Whittier per Fähre erreichen, doch als wir in im verschlafenen Nest Whittier ankamen, mussten wir feststellen, dass die nächste Fähre erst in drei Tagen fahren würde. Also blieb uns nichts anderes übrig als die 600 Kilometer Landweg unter die Räder zu nehmen. In zwei Tagen legten wir die Strecke durch die Berge nach Valdez zurück. Kurz vor Anchorage hielt uns noch ein Waldbrand mehrere Stunden auf und wir standen für mehrere Kilometer im Stau. Wie fleissige Bienchen flogen die Helikopter mit ihren Wassersäcken und versuchten den Waldbrand zu löschen.

Anscheinend sind Waldbrände in den kurzen Sommermonaten in Alaska immer ein grosses Thema. Denn auf unserer Fahrt nach Valdez sahen wir noch an einem weiteren Ort dichten Rauch aufsteigen. Nach einer Schönwetter Periode ist meist das Unterholz so trocken, dass nur der kleinste Funke für einen Brandausbruch reicht. Auf der Fahrt nach Valdez begleitete uns teilweise wieder die Trans-Alaska-Pipeline, denn diese endet in Valdez und das Rohöl wird dort auf Tanker verladen und an die US-Westküste Transportiert. Kurz vor Valdez machen wir noch einen Abstecher zum Solomon Gulch, einer Lachszucht Station, welche die Lachse vor Ort aufzieht und diese dann ins Meer entlässt, so dass sie nach etwa fünf Jahren ihrem Naturinstinkt folgen und zum Laichen zurückkehren. Diese Rückkehr konnten wir beobachten und tausende von Lachsen drängten sich am Eingang der Fischtreppe zum Süsswasserfluss.

Täglich werden Lachse eingelassen und „geerntet“. Das heisst, dass den Weibchen die Eiere entnommen werden und sie dann, wie die Männchen, zu Lachsfilet oder Räucherlachs verarbeitet werden. Dies ist eine häufig vorkommende Art der Lachszucht in Alaska, denn dadurch hat man wenig Arbeit mit den Fischen, auf den Tellern landet „Alaska Wildlachs“ und der Lachs Bestand kann kontrolliert werden. Wir waren einfach nur beeindruckt von den tausenden Fischen, welche sich am Süsswassereingang drängten und sahen zu wie sich die Seelöwen, Robben, Weisskopfseeadler und die spezies Mensch sich an dieser leichten Beute bedienten. 

Wenn sich zu viele eifrige Fischer an den Lachsen bedienen, kommt es schon einmal zu einem Fischerunfall: Mädchen angelt seinen Vater am Hintern :-) 

Fischen ist nicht nur entspannend! Der Widerhacken steckt tief drinnen!
Fischen ist nicht nur entspannend! Der Widerhacken steckt tief drinnen!

Für den kommenden Tag buchten wir mit dem Boot Lu-Lu Belle eine Bootsfahrt zum Columbia Gletscher. Denn endlich wollte wir mal einen der vielen Gletscher im Meer sehen. Als wir am Morgen aus dem Fenster schauten, war nichts mehr von dem Sommerwetter, welches wir nun über eine Woche genossen hatten, zu sehen. Bei Regen und Nebel bestiegen wir das Boot und genossen einen grossen Teil der Fahrt in der geheizten Kabine. Trotz des Regenwetters sahen wir Fischotter, Seelöwen und diverse Meeresvögel. Die süssen Fischotter, welche häufig auf dem Rücken im Wasser schwimmen, begeisterten uns am meisten. Nach fast drei Stunden Fahrt erreichten wir den Fjord, der zum Columbia Gletscher führt. Schon bald schwammen grössere und kleinere Eisberge an uns vorbei. Einige schimmerten weiss oder grau und andere ganz blau und durchsichtig. Wir kamen uns wie in einer Märchenwelt vor! Der Nieselregen und der Nebel liessen alles sehr mystisch wirken und bald tauchte der riesige Columbia Gletscher vor uns auf. Das Thermometer zeigte gerade noch 1.5 °C Aussentemperatur und die Wassertemperatur sollte etwa im gleichen Bereich liegen. Bis auf 400 Meter fuhren wir an die 50-80 Meter hohen Eiswände heran. Immer wieder hörten wir das Knacken im Eis, denn der Columbia Gletscher bewegt sich mit rund zwei Meter pro Tag in Richtung Meer. Auch dieser Gletscher unterliegt dem Klimawandel und hat in den letzten 25 Jahren die Hälfte seines Volumens verloren und ist um 20 Kilometer zurückgegangen [Infos hier]. Mehrere male wurden wir Zeugen, wie ein grosses Stück Eis tosend vor uns ins Wasser abbrach. Es war wunderschön diesen Gletscher gerade bei diesem schlechten Wetter zu beobachten. Mit kalten Händen, nassen Kameras und einer heissen Schokolade gestärkt, traten wir die Rückfahrt nach Valdez an.

Der Columbia Glacier im Panorama
Der Columbia Glacier im Panorama

Wieder Land unter den Füssen verbrachten wir noch eine regnerische Nacht auf dem Camping und nahmen am kommenden Morgen Kurs auf das über 1000 Kilometer entfernte Fischerörtchen Haines. Nach zwei langen Fahrtagen bei strömendem Regen und tiefhängenden Wolken erreichten wir Haines. Sturmböen peitschten über unseren Camping mit Meeresblick und so bekamen wir keinen der imposanten schneebedeckten Berge zu sehen. Am Abend lagen wir beim nahegelegenen Chilkoot River auf der Lauer um Bären beim Lachsfangen zu beobachten. Bären bekamen wir an diesem Abend keine zu sehen, da zurzeit anscheinend "nur" eine Bärenmutter mit ihren Jungen am Fluss auftaucht. Dafür tauchte ein Fischotter und mehrere Weisskopfseeadler auf.

Ausser Regen bekamen wir in Haines nicht viel zu sehen und so buchten wir am Morgen eine Fährpassage nach Skagway. Die Fähre lief ein, wurde entladen und schon fuhren die wartenden Autos hinein, wir warteten ungeduldig und als das zweitletzte Auto verladen war, wurde uns mitgeteilt, dass die Fähre voll sei. Genervt erhielten wir unseren Fahrpreis zurück, denn leider hat uns der Ticketverkäufer vergessen mitzuteilen, dass wir nur auf der Warteliste seien und falls es platz hätte wir noch aufs Schiff kämen. Und zu guter letzt wurde uns mitgeteilt, dass erst in drei Tagen wieder eine Fähre nach Skagway fahre. Nicht gerade begeistert, strichen wir also Skagway von unserem Reiseplan und steuerten das 400 Kilometer entfernte Whitehorse an. Nach knapp drei Wochen und mit 5500 Kilometer mehr auf dem Tacho erreichten wir spätabends Whitehorse. Alaska konnte uns sehr begeistern, vor allem der bergige Süden war super eindrücklich und auch hatten wir Wetterglück und konnten vor allem Sommerwetter geniessen.

Von nun an werden wir süd- ostwärts fahren und als nächstes auf dem Programm stehen die Nationalparks  Banff und Jasper. Weiter werden wir die Trans-Kanada Route von Westen nach Osten bis nach Halifax in Angriff nehmen. Von dort aus wollen wir unseren Bus nach Hamburg verschiffen. Langsam aber sicher geht unsere Traumreise zu ende! Dies wird uns bewusst und wir freuen uns doch sehr auf die kommende Zeit „zu Hause“! Im nächsten Reisebericht fahren wir mit euch durch Kanada!

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Kommentare: 6
  • #1

    Walter (Mittwoch, 27 Juli 2016 21:04)

    Hallo ihr beiden Weltenbummler, wie immer geile Bilder und super Kommentare. Jetzt habt ihr die Panamericana erfolgreich bereist und unvergessliche Eindrücke mitgenommen, ich wünsch euch auf dem letzten Teilstück quer durch Kanada noch eine tolle Zeit. (Habt ihr keine Interessenten für euren Bus gefunden?)
    Buen viaje y saludos

  • #2

    Denise (Freitag, 29 Juli 2016 11:18)

    Hallo ihr zwei. Bin grad per Zufall auf eure Seite gestossen - sehr schön zu lesen und anzukucken....wir waren 2014/2015 in Nord- und Mittelamerika unterwegs und sind seit letztem November wieder zu hause in der Schweiz. Aber wie ihr seht, stöbere ich immer noch in Reiseblogs rum und leider immer noch an Fernweh. Das hört wohl nie auf ;-)......
    Ihr könnt euch auf die Reise durch Kanada freuen, ist wunderschön! Habt ihr am Schluss Neufundland auch eingeplant? Wenn nicht, würde ich es euch ans Herz legen. Wir haben Ende September 2015 vor der Verschiffung ab Halifax spontan entschieden, die Fähre nach Neufundland zu nehmen und noch einige Woche dort zu verweilen. Es war der Hammer und es ist absolut empfehlenswert :-).
    Bin gespannt, wie es bei euch weitergeht und verfolge euren Blog nun regelmässig.
    Liebe Grüsse aus St. Gallen
    Denise

  • #3

    Flathy (Freitag, 29 Juli 2016 23:43)

    Hallo ihr fleissigen Leser! Danke für die schönen Kommentare, wir freuen uns immer sehr über Rückmeldungen! Wir geniessen nun noch die letzten Wochen. Hasta Luego

  • #4

    Bernardo (Samstag, 30 Juli 2016 21:09)

    Hola Amigos,
    Super schöne Bilder von Alaska, ein Land welches ich wahrscheinlich nie sehen werde desto mehr freut es mich so es sehen zu bekommen. Jetzt überquert Ihr noch ganz Kanada um vielleicht noch ein wenig französisch zu sprechen in Québec.
    Bon voyage et merci pour les reportages.
    Bernardo

  • #5

    Brigitte Liechti-Huser (Dienstag, 02 August 2016 17:11)

    Hoi Dir zwöi Reisefüdle ganz härzleche Dank für die wunderschöne Bilder und Brichte. Gärn reise ig mit Euch u freue mi jedesmau über ne neue Blog oder natürlech ou die Föteli von Euch zwöi! Es soooo schöns Paar - u mit emene Strahle i de Gsicter - das macht ou mi glücklech. Ig freue mich riesig uf dr nächscht Reisebricht und danke ganz härzlech für's chönne derbi si! Ganz lieb umarmt und tuusig Küssli ou ufs Büchli Mamita

  • #6

    Hörmen urop (Freitag, 12 August 2016 13:32)

    Halo Dir zwöi (3) Liebe !
    mues däich de öpe pressiere süsch sit Dir de sch o i der Schwyz.
    Euch liebe Dank für die schöni Charte us Alaska u natürli für die schöne Föteli u dä super Reisebricht. Heit sorg u gniesset dä letschti Teil vo der grose Reis !!!
    Liebi Grüess u aues Gueti
    HE Ma u NINA