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Flathy

Wir waren 22 Monate unterwegs und sind nun wieder zu Hause in der Schweiz!

Pura Vida - Panama & Costa Rica

25.02.2016 – 10.03.2016: Cartagena – Panama City – Colon – Punta Canoas (Grenze Panama/Costa Rica) – Golfito – NP Manuel Antonio – Puerto Limon – Punta Uva – La Fortuna – Nuevo Arenal – San José – Bahia Salinas – Finca Cañas Castilla [Route]

Unser Campingbus rollt auf Mittelamerikanischem Boden! Die ersten Kilometer in Mittelamerika führten uns durch tropische Regenwälder an wunderschöne Strände am Pazifik sowie auch am karibischen Meer. Überall gab es Tiere und wunderschöne Pflanzen zu sehen. Von Faultieren über Affen weiter zu Krokodilen konnten wir jeden Tag etwas Neues sehen. Aber bevor wir losfahren konnten, mussten wir erst einmal unseren fahrbaren Untersatz aus dem Hafen in Colon herausholen.

Von Cartagena sind wir via Medellin nach Panama City geflogen. Schon im Landeanflug konnten wir die Skyline von Panama City bestaunen. Sind wir wirklich in Mittelamerika oder eher in den USA?

Nein ganz klar der Pilot war richtig geflogen und wir sind in Panama City gelandet. Die vielen Wolkenkratzer entstanden hier, da Panama ende der 70er Jahre mit liberalen Bankgesetzen viele ausländische Geldinstitute ins Land geholt hat. Mittlerweile haben etwa 130 ausländische Banken eine Filiale in der Hauptstadt, was Panama City zu einem der grössten Finanzplätzen der Welt macht.

Dies interessiert uns nur wenig, einzig die grossen protzigen Wolkenkratzer lassen uns schon Staunen.

Im Taxi fuhren wir vom Flughafen ins Stadtzentrum zu unserem Hotel. Was wir aus dem Taxifenster sahen gab uns schon zu denken. Die modernsten Bankgebäude zogen an uns vorbei und gleich daneben lebten die Leute in Armensiedlungen und Ruinen. Beim Hotel angekommen, bezahlten wir das Taxi in der Währung des Landes, nämlich in US$!

In unserem nicht all zu schönen Hotel angekommen unternahmen wir einen Spaziergang durch die modernen Häuserschluchten und landen Schlussendlich in einer Shopping-Mall mit Kino und allem Andern, was das Konsumherz begehrt. So komisch es für euch klingen mag, manchmal geniessen wir es einfach einen Nachmittag in einer Shopping-Mall zu verbringen. Alles ist schön, aufgeräumt und sauber! Bei Fast-Food a la MC Donalds, Taco Bell oder Wendys, weiss man genau was man bekommt und meist ist es auch noch sehr günstig. Dies ist ab und zu eine Auszeit von dem hektischen Treiben, welches wir tagtäglich erleben. Wir beobachteten, dass diese neuen und riesigen Shopping-Tempel bei der Mittelschicht sehr gut ankommen und man zeigt gerne, dass man sich dieses neue Freizeitvergnügen leisten kann! Auch genossen wir es wieder einmal einen Kinobesuch zu machen und Pop-Corn aus einem über grossen Kübel zu essen!

Panama City verfügt über eine Metrolinie und so konnten wir uns ungehindert vom Verkehr schnell und angenehm in der ganzen Stadt fortbewegen. Wir besichtigten den grossen Busbahnhof und die riesige Albrook-Mall, für die Panama City bekannt ist. Weiter fuhren wir noch zu den Miraflores Schleusen am Panamakanal, doch der Eintritt war uns zu teuer und so entschieden wir uns für die Fahrt, entlang des Kanals, mit dem Panama Canal Railway nach Colon. Denn wir mussten sowieso nach Colon, da unser Campingbus dort auf uns wartete. Frühmorgens fuhren wir mit dem Taxi zur Bahnstation. Dort angekommen bemerkte Nathy, dass ihre Hosen im Po-Bereich nass waren und nach Erbrochenem stanken. Was für ein Tagesbeginn! Glücklicherweise hatten wir alles Gepäck mit uns und so konnte Nathy neue Hosen anziehen, sonst wäre es keine lustige Zugfahrt geworden.

Schon bald setzte sich der Zug in Bewegung und wir fuhren auf den Schienen der Interozeanischen Eisenbahn in Richtung der Hafenstadt Colon. Saftig grüner Regenwald, der Panamakanal und riesige Ozeanriesen wechselten sich vor dem Panoramafenster ab. Unsere Sitznachbarn waren aus dem USA und der ältere Herr schwärmte uns von Panama vor. Wir erfuhren, dass er in einer amerikanischen Siedlung direkt am Meer lebe und dass Panama ein sehr angenehmes Land sei um den Ruhestand zu verbringen. Es gebe so viele schöne Shopping-Malls, welche richtig auf die vielen Expats ausgerichtet seien. Wir sollen uns diese doch unbedingt anschauen... Wenn der Sitznachbar nicht redete, genossen wir die einstündige Fahrt entlang des 81.6 Kilometer langen Panamakanals. Aber gleichwohl wir waren froh, als wir uns von unserem Sitznachbar verabschieden konnten und unseren eignen Weg gehen konnten.

In Colon am Bahnhof warteten schon eifrige Taxifahrer auf Kunden. Da wir viele verschiedene Büros und eine Bank anfahren mussten, handelten wir mit einem älteren Taxifahrer einen Pauschalpreis für vier Stunden aus. Nach langem hin und her, willigte er ein und so wurden wir kreuz und quer durch die Stadt gefahren, von Hotel zum Hafen, vom Hafen zur Bank und von der Bank wieder zum Hafen. Die Abläufe hat uns unser Verschiffungs-Aagent in Cartagena erklärt. Nach vier Stunden waren wir um 2100 US$ leichter und schon fast am Ziel als sich herausstellte, dass auf der „Bill of Lading“, dem wichtigsten Dokument der Verschiffung, eine falsche Passnummer stand. Die nette Señorita meinte, dass das Dokument nur im Ausgangshafen geändert werden könne und dies einige Stunden daure. Also vertrieben wir uns die Zeit mit einem Mittagessen und siehe da am Nachmittag war das Dokument berichtigt und weiter konnte es gehen. Leider schlossen die Büros am Hafen schon um 15:30!!! Mit nicht erledigten Dingen ging es für uns zurück ins Hotel und gespannt warteten wir auf den nächsten Morgen, denn wir hatten genug von Hotelübernachtungen und Restaurantbesuchen. Wir wollten endlich unser rollendes Haus wieder haben! Tags darauf ging es nochmal im selben Stil weiter, unzählige Stempel holen, irgendwelche Hafenkosten bezahlen und immer nett lächeln. Kurz vor dem Mittag war es so weit, Flavio konnte mit dem Zollagenten in den Hafen und das Fahrzeug in Empfang nehmen. Glücklicherweise waren alle Türen noch versiegelt und auch sonst hatte das Fahrzeug keinen Schaden genommen. 

Überglücklich starteten wir den Motor, freuten uns über das Schnurren unseres alten Diesels und fuhren ein gutes Stück in Richtung Norden. Schön war es wieder am Steuer zu Sitzen und bei guter Musik die vorbeiziehende Landschaft zu geniessen. Was wir bis zu diesem Zeitpunkt von Panama gesehen hatten, wirkte auf uns richtig amerikanisiert. Die Währung ist die selbe wie in den vereinigten Staaten, an der Strasse sieht man viele Schilder in Englisch angeschrieben und teure Grundstücke werden nur mit „For Sale“ angeschrieben, da sich einen Luxusvilla sowieso nur ein „Gringo“ leisten kann. Dies wirkte auf uns ein bisschen befremdlich und so steuerten wir am Abend zum Abschluss des Tages noch einen Campingplatz einer US-Amerikanerin an, um noch die letzte Dosis vom US Einfluss zu bekommen. Dort wurden wir aufgeklärt, dass eine Übernachtung auf dem „RV-Park“ satte 25 US$ kostete. Da es schon dunkel wurde, willigten wir bei dem überrissenen Preis, zähneknirschend, ein. Ihr denkt jetzt sicherlich, dass 25 US$ gar nicht so viel sind, doch für Lateinamerika ist dies ein happiger Preis. In den vergangen Monaten haben wir eigentlich nie mehr als 15 US$ für einen Übernachtungsplatz ausgegeben.

Nach einem Morgenbad im Pool brachen wir früh morgens auf und fuhren weiter Richtung Norden. Schon bald machte sich die Hitze wieder bemerkbar und wir suchten uns einen schönen Badeplatz an einem kühle Fluss. Leider war wieder Wochenende, so dass sehr viele Leute den Fluss bevölkerten. Nach der Abkühlung bereiteten wir bei Einbruch der Dunkelheit gerade unser Essen zu, als eine Familie uns fragte, wo wir den Übernachten werden. Wir antworteten, dass wir gedenken hier am Fluss zu übernachten. Die Familie meinte es sei zu Gefährlich hier zu übernachten, wir sollen doch im Dorf beim Sportplatz übernachten. Also packten wir alles Sachen zusammen und fuhren nochmals einige Kilometer weiter bis zu einem Einkaufzentrum, bei dem uns der Nachtwächter eine Übernachtung erlaubte.

Am kommenden Morgen wollten wir Panama verlassen, doch auf dem Weg zur Grenze machten wir noch einen Halt bei einer kleinen Outdoor Werkstatt um einen Ölwechsel zu machen. Auf einem Nagelneuen Auto-Lift wurde unser Campingbus angehoben und der Mechaniker zeigte sich sichtlich beeindruckt von der soliden Technik unseres Fahrzeugs. Er meinte, dass er noch nie an so einem Kastenwagen einen Ölwechsel durchgeführt habe und dass wir ihm ein bisschen helfen sollen. Mit der Unterstützung von Flavio war der Ölwechsel schnell gemacht und bald erreichten wir schon die Grenze in Punta Canoas. Die Ausreise war schnell erledigt, sowie auch die Einreise nach Costa Rica. Gerade an der Grenzstation konnten wir auch die obligatorische Haftpflichtversicherung fürs Fahrzeug abschliessen und noch Geld in der Landeswährung Colon beziehen.

Kaum hatten wir die Grenze überquert, fiel uns auf wie saftig grün die Natur im Süden Costa Ricas ist. Frohen Mutes fuhren wir zur Purruja Lodge, welche von einem Schweizer und seiner Frau aus Costa Rica geführt wird. Der Besitzer Walter hat eine grosse Campingwiese und Sanitäre Anlagen für Overlander eingerichtet. Wir blieben zwei Nächte und machten am Tag eine Bootstour im Golf von Golfito. Vom Boot aus konnten wir viele Wasservögel und kleine Krokodile beobachten. Leider haben wir keine der grossen Salzwasserkrokodile gesehen. Zum Abschluss der Tour machten wir noch einen Besuch in einem privaten botanischen Garten und konnten die ganze tropische Pflanzenwelt bestaunen. Der botanische Garten befindet sich direkt am Meer und das ältere Aussteiger Ehepaar hat Pflanzen aus aller Welt gepflanzt und schön angeschrieben. So fanden wir unter anderem auch der Baum aus dem der Geschmacksstoff für Coca Cola gewonnen wird oder ein Strauch, welcher die Basis für das Parfum Chanel No 5 bildet. Wieder auf dem Grundstück von Walter angekommen, reichte es uns noch gerade die gewaschene Wäsche vor dem Regen in Sicherheit zu bringen und dann goss es wie aus Eimern. Jetzt wussten wir warum das südliche Costa Rica so schön grün ist!

Schon bei einem kleinen Einkauf im Supermarkt hatten wir bemerkt wie hoch das Preisniveau in Costa Rica ist. Wir waren erschrocken, die Lebensmittelpreise sind vergleichbar mit denen in Deutschland oder Österreich! Flavio konnte es fast nicht glauben, denn er ist vor 10 Jahren für zwei Monate in Costa Rica gewesen und damals war Costa Rica noch ein „günstiges“ Reiseland. Das einzige was es einigermassen günstig zu kaufen gibt sind Früchte und Gemüse. Bei den Früchten gibt es jede Menge tropische Arten wie Ananas, Mango, Papaya, Passionsfrucht und Bananen. Aber wenn wir gerne wieder einmal einen, für Schweizer ganz normalen, Apfel kaufen wollten, mussten wir importierte Äpfel aus Chile oder den USA zurückgreifen. Das gleiche galt auch für Birnen und Kirschen. Denn diese Fruchtsorten brauchen Frost um wieder zu blühen, daher können diese Früchte in tropischen Ländern nicht wachsen. 

Unser nächstes Ziel war der bekannte Nationalpark Manuel Antonio, welcher ein bisschen weiter nördlich an der Pazifikküste gelegen ist. Schon als wir in die schöne Meeresbucht hinunterfuhren bemerkten wir die vielen luxuriösen Hotels und Resorts. Die meisten dieser Luxusbauten sind natürlich in ausländischer Hand. Hier gibt es alles von Gringos für Gringos. Daher wird Costa Rica auch „Gringolandia“ genannt. Für einen viel zu teuren Preis durften wir bei einem Restaurant direkt am Strand campen, so dass wir am nächsten Morgen mit vielen anderen Touristen den Nationalpark besuchen konnten. Schon um 8 Uhr Morgens ist es schon richtig tropisch heiss und beim Rundweg im Nationalpark lief uns der Schweiss nur so runter. Auf unserem Streifzug durch den Park sahen wir einige Leguane, viele Faultiere (aber meist hoch in den Bäumen), Klammeraffen und einen Waschbären. 

Wegen der Menschenmassen konnten wir das ganze nicht wirklich geniessen und so verliessen wir schon bald Manuel Antonio und machten uns auf den Weg an die Karibikküste. Begleitet von vielen schweren Lastwagen fuhren wir quer durch Costa Rica. Anfangs säumten Ölpalmenplantagen (Gewinnung von Palmöl) die Strasse. Diese wurden weiter gegen die Karibikküste von Bananen und Ananasplantagen abgelöst. Der viele Lastwagenverkehr machte das Fahren nicht gerade angenehmer und so erreichten wir die Karibikküste an diesem Tag nicht mehr. Bei einer Tankstelle fragten wir für einen Übernachtungsplatz und kurz danach durften wir auf einen abgesperrten Parkplatz unser Nachtlager aufschlagen. An einen ruhigen Schlaf war nicht zu denken, da die ganze Nacht viele Lastwagen auf der Strasse zum wichtigsten Hafen nach Puerto Limon verkehrten. Der Grossteil der Lastwagen hatten Container mit den Aufschriften von „Chiquita“, „Del Monte“ oder „Dole“ geladen. Wenn wir das nächste mal in der Schweiz eine Banane dieser Lieferanten kaufen, wissen wir welchen Weg sie zurückgelegt hat!

Am kommenden Tag erreichten wir Hafenstadt Puerto Limon, von wo aus wir der Küstenstrasse weiter bis nach Punta Uva folgten. Je weiter südlich wir kamen, desto schöner wurden die Strände. In Punta Uva konnten wir bei einen Restaurant direkt am Strand unter Palmen übernachten. Wir genossen das schöne und klare karibische Meer und die Palmen bewachsenen Strände. An der karibischen Küste erlebten wir ein ganz anderes Costa Rica, eine Welt für sich. Viele der Bewohner sind afrikanischer Abstammung und so erstaunt es uns nicht, das wir viele Rastas sahen und überall Reggae zu hören war. An der Karibikküste wird nicht nur Spanisch gesprochen, sondern das Patois aus Jamaika. Uns gefiel dieser Kontrast sehr gut und vor allem genossen wir es im Restaurant Reggae und nicht Latinomusik zu hören.

Nach erholsamen Tagen fuhren wir durchs Landesinnere bis zum Vulkan Arenal. Bis vor wenigen Jahren war der Vulkan einen Attraktion, da man in der Nacht immer wieder kleiner Lavaflüsse sehen konnte. Heute verhält sich der Arenal ruhig und als wir in La Fortuna, dem Dorf am Fusse des Arenal ankamen, war er in dichte Wolken gehüllt. Wir fuhren dem Arenal-Stausee entlang und entdecken neben der Strasse eine Nasenbärenfamilie, welche auf der Suche nach was essbarem war. Wir beobachteten die Tiere und sie zeigten praktisch keine Scheu. Kurz darauf entdeckten wir das Hotel und Restaurant Los Heroes, welches im Innerschweizer Stil gebaut ist. Schnell machten wir Halt und erkundigten uns ob wir auf dem Hotelparkplatz übernachten könnten. Wir wurde super nett empfangen und kurze Zeit später badeten wir schon im Hotelpool und am Abend genossen wir typisch Schweizerische Küche. Die Erbauer von Los Heroes haben hier am Lago Arenal eine kleine Schweiz erschaffen. Auf dem Grundstück gibt es ein Hotel, ein Bauernhaus mit Milchkühen, ein Gästehaus, eine kleine Schmalspurbahnstrecke, eine Kapelle und ein Drehrestaurant wie auf dem Schilthorn. Alles wurde von einem Schweizer Ehepaar in jahrelanger Arbeit erbaut. Uns gefiel es auf dem schönen Anwesen sehr gut und wir bekamen fast ein bisschen Heimweh!

Das kleine Paradies verliessen wir am kommenden Tag um weiter in Richtung Norden zu fahren. Auf dem Weg nach Norden Übernachteten wir auf einer kleinen Touristen Ranch. Leider trafen wir es aufs Wochenende und so wurden wir wieder einmal mit einem vollen Swimmingpool und täglich 12 Stunden Reggaeton Musik belohnt. Also sind wir beim Reisen immer froh, wenn nicht gerade Wochenende ist, denn unter der Woche haben wir die meisten Plätze für uns alleine.

Die neue Woche starteten wir mit einer Fahrt in den äussersten Norden von Costa Rica. Die Landschaften änderten von einem saftigen grün zu einem braun. Denn die Provinz Guanacaste ist die trockenste Provinz des Landes. Von anderen Reisenden hatten wir die Hacienda Cañas Castilla empfohlen bekommen. Das Schweizer Ehepaar Agi und Guido haben sich ein kleines Paradies aufgebaut. Die Hacienda ist direkt an einem Fluss gelegen und es gibt mehrere Bungalows, welche die Gäste mieten können. Für die Overlander haben die beiden einen schönen Platz mit Wasser und Stromanschluss gemacht. Wir wurden herzlichst aufgenommen und genossen es endlich wieder einmal einen richtigen Wohlfühlplatz gefunden zu haben. Wir trafen noch zwei andere Overlander-Pärchen, welche auch nach Norden reisen wollen. Ein älteres Ehepaar aus Kanada ist mit ihrem Wohnmobil von Kanada nach Panama gefahren und jetzt geht es auf dem Landweg wieder zurück nach Hause. Weiter trafen wir Hildegard und Franz aus Deutschland, welche wir vor 10 Monaten in La Paz getroffen haben. Wir genossen es einige Geschichten zu hören und auszutauschen.

Am Morgen werden wir meist von dem Gebrüll der Brüllaffen geweckt. Den ganzen Tag konnten wir Klammeraffen und Brüllaffen in den Baumkronen direkt neben dem Haus oder dem Campingbus beobachten. Wunderschön wie sich die Affen so elegant durch die Bäume schwingen. Bei der Affenbeobachtung entdeckten wir auch eine Faultiermutter mit ihrem Jungen. Richtig „härzig“ war es, zu beobachten, wie das Junge in der Nähe der Mutter herum kletterte um sich danach erschöpft auf dem Bauch der Mutter auszuruhen. Bei Agi und Guido lebt ein junges Faultier, das sie als Waisen Junge gefunden und aufgezogen haben. Das kleine Tierchen liebt es auf den Bäumen herumzuturnen und wir konnten es aus nächster Nähe beobachten!

Wenn wir nicht gerade Tiere beobachteten, machen wir kleinere Reparaturen am Fahrzeug oder genossen die Natur auf den Wanderwegen, welche über den weitläufigen Campo führen. So viele Tiere und so nah haben wir bisher nicht einmal im Nationalpark gesehen. Am zweiten Tag wurde Flavio mit seinem Werkzeugkoffer von den Besitzern herbeordert um eine Samenpresse zu reparieren. Glücklicherweise bleibt es beim auseinander nehmen, reinigen und wieder zusammenbauen. Nach dieser Kur funktionierte die Presse wieder und wir pressten Moringaöl aus Moringasamen. Moringa gilt in Lateinamerika als Heilpflanze und ist auf dem Weg Europa und die USA zu erobern. Für die kleine Reparatur kriegten wir sogar ein offeriertes Nachtessen!

Nach wundervollen und entspannten Tagen hiess es wieder „Hasta Luego“ zu sagen und weiterzuziehen. Wir können allen die einmal Costa Rica besuchen wollen, die Hacienda Cañas Castilla wärmstens empfehlen.

In den nächsten Tagen wollen wir weiter über die Grenze nach Nicaragua. Schon wieder ein Land durchfahren! Hier in Mittelamerika fällt uns auf wie klein doch die Länder im Vergleich zu den südamerikanischen Nachbarländer sind. Dies sehen wir einerseits als positiv an, da wir nicht mehr so riesige Distanzen zurücklegen müssen und anderseits hat es auch eine negative Seite, denn meist ist alles dicht besiedelt und es bleibt weniger Platz für unberührte Natur. Wunderschön an den Mittelamerikanischen Ländern ist die nähe zum Meer, fast von überall ist man in ein bis zwei Stunden Fahrzeit an einem Strand. So schön das heisse Klima zum Baden sein mag, uns macht es beim campieren zu schaffen. Natürlich sind wir uns auch bewusst, dass wir momentan in der heissesten und trockensten Jahreszeit durch Mittelamerika reisen. So ist nach einem Fahrtag unser Campingbus meist sehr heiss und nur mit dem angenehmen Luftzug eines 12V Ventilators können wir, unter dem Moskitonetz, einigermassen schlafen. Wir haben uns zusätzlich noch einen 110V Ventilator gekauft, welcher ununterbrochen läuft, sobald wir Strom haben. Manchmal wünschen wir uns eine kleinen Klimaanlage um der Hitze für kurze Zeit entfliehen zu können. Zur Hitze dazu kommt, dass wir praktisch nicht wild campieren können, da dies bezüglich der Sicherheit an vielen Orten nicht empfehlenswert ist. Daher sind für uns die Länder in Mittelamerika nicht die Erste Wahl für eine Reise mit dem eigenen Campingbus, da wir gleichwohl immer irgend auf einem umzäunten Grundstück stehen müssen. Doch gleichwohl gefällt es uns bis jetzt sehr gut, die Natur ist grossartig und die Menschen sind meist sehr offen und gut gelaunt. Wir sind gespannt was uns in den weiteren Ländern erwartet und was es zu entdecken gibt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Mathys Rosalie (Freitag, 18 März 2016 07:20)

    Hoi zäme

  • #2

    Bernardo (Dienstag, 22 März 2016 20:13)

    Hola Amigos,
    Para gozar más vuestro reportaje, he leído cada día un poco más. Las fotos de los animales son muy bonitas. No sé si vosotros tenían monedas de Panamá en sus manos, a mí el balboa, el equivalente al dólar me ha gustado mucho.
    Ich weiss nicht wo Ihr jetzt genau seid, aber wenn Ihr Interesse an Maya-Ruinen habt würde ich in Honduras Copán (fast an der Grenze mit Guatemala) und in Guatemala Tikal besuchen. In Antigua, ehemalige Hauptstadt Guatemalas, würde ich mich in einem Reisebüro erkundigen was der Aufstieg zum Volcano Pacaya kostet. 2007 war ich dort und ich konnte von ganz nahe die Lava sehen, war wirklich sehenswert.
    Weiterhin viel Vergnügen und danke dass ich eure Reise miterleben darf.
    Bernardo