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Flathy

Wir waren 22 Monate unterwegs und sind nun wieder zu Hause in der Schweiz!

Kolumbien - eine unbekannte Schönheit

29.01.2016 – 24.02.2016: Quito – Ibarra – Ipales (Ecuador/Kolumbien) – Las Lajas – Pasto – Mocoa – San Augustin – Desierto de Tatacoa – Armenia – Lago Calima – Hacienda Venecia – Rio Negro – Bogota – Villa de Leyva – Bucaramanga – Santa Marta – NP Tayrona – Minca – Turbaco - Cartagena [Route]

Kolumbien – Kokain, Guerilla und die FARC-Rebellen, dies sind die Schlagworte, die den meisten Leuten bei der Nennung des Landes Kolumbien durch den Kopf schiessen. Aber Kolumbien hat noch viele andere Seiten und hält für reisende einige „Highlights“ bereit. Mit Kolumbien haben wir nun unser letztes Reiseland in Südamerika erreicht und verbringen noch einige Tage an der karibischen Küste. Eine weiterreise nach Venezuela ist nicht möglich, da die instabile politische Situation dies nicht zulässt und die Grenze von Kolumbien nach Venezuela bis auf weiteres geschlossen sind. Ein Weiterfahrt nach Panama ist nicht möglich, da es keine fahrbare Landverbindung von Kolumbien nach Panama gibt. Also bleibt uns nur die Option einer Verschiffung des Fahrzeugs nach Mittelamerika. Doch erstmals zu unseren Erlebnissen in Kolumbien.

Nach erholsamen Tagen auf der Finca Sommerwind fuhren wir in Richtung der kolumbianischen Grenze. Es handelt sich um einen Hauptgrenzübergang zwischen Ecuador und Kolumbien und so wunderte es uns nicht, dass viel los ist und wir einige Zeit brauchen bis unsere Fahrzeugpapiere auf der ecuadorianischen Seite abgestempelt sind. Auf der anderen Seite der Grenzbrücke dauerte alles noch ein bisschen länger. Als wir alle für die Fahrzeugeinfuhr notwendigen Kopien bereit hatten wurden wir in ein Büro geführt und mussten erstmals warten. Als die Grenzbeamtin endlich zur Stelle war, musste sie vor allen Wartenden, ein Geschenk von einem Verehrer auspacken. Zur Freude aller Versammelter war es ein T-Shirt und eine DVD. Für diese Offenheit lieben wir die Südamerikaner. Bald waren auch unsere Papiere erledigt und wir konnten ohne eine Fahrzeugkontrolle nach Kolumbien einreisen. Kurz nach der Grenze konnten wir noch die obligatorische Versicherung fürs Fahrzeug kaufen und dann fuhren wir direkt zum Wallfahrtsort Las Lajas. Eine beeindruckende Kirche ist mitten in einer Schlucht an den Hang gebaut. Wir besichtigten die wunderschöne Kirche und übernachteten auf einem nahe gelegenen Parkplatz oberhalb des Ortes. Am späteren Nachmittag gesellten sich noch weitere deutsche Reisende zu uns, welche wir schon in Ecuador getroffen hatten. So gab es das einte oder andere bezüglich Reiseroute und Verschiffung auszutauschen. 

Tags darauf nahmen wir eine lange Strecke durch den südlichen Teil Kolumbiens bis nach Mocoa in Angriff. Bald stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine gute Asphaltstrasse sondern um eine schmale in den Berghang geschlagene Schotterpiste handelte, welche Bergkämme auf über 3000 m.ü.M. überquert. Als wir bereits bei Dunkelheit eine grosse Polizeikontrolle passierten, wechselten zwei Bierdosen den Besitzer und schnell konnten wir weiterfahren. Durchgerüttelt und müde von der Fahrerei kamen wir zusammen mit zwei deutschen und ihrem Reise-LKW in Mocoa an. Einen älteren Kolumbianer fragten wir ob wir auf dem naheliegenden Fussballplatz übernachten können. Doch er meinte er habe eine bessere Übernachtungsmöglichkeit und stieg gerade in unsere Fahrerkabine. So führte er uns über kleine Dorfstrassen zu seinem neuen Grundstück mit einem neuen Haus. Als wir uns auf seinem Grundstück platzieren wollten, sanken wir hilflos in der weichen erde bis aufs Chassis ein. Auch das viele Fluchen über die eigene Dummheit half nichts und so kam es, dass der Reise-LKW uns raus ziehen musste! Hungrig und übermüdet parkten wir schlussendlich auf einem Volleyballfeld und verteilten den unzähligen interessierten Kindern noch einige Bonbons bevor wir todmüde ins Bett fielen. Dies war ein anstrengender Start in Kolumbien.

In den kühlen Morgenstunden fuhren wir weiter in Richtung Norden. Wie schon am Vortag mussten wir viele schwer bewaffnete Militär- und Polizeikontrollen entlang der Strasse passieren. Die Militärs halten uns nur ab und zu an um einige neugierige Fragen zu stellen oder machen uns ein Daumen-Hoch Zeichen um uns mitzuteilen, das die Strasse in Hand der Regierung ist und keine Rebellengefahr besteht. Denn gerade die südlicheren und schwer zugänglichen Regionen sind immer noch Hochburgen der FARC und anderer Rebellengruppen. Kolumbien hat eine sehr blutige und gehaltreiche junge Vergangenheit,  so erstaunt uns die grosse Militär und Polizeipräsenz nicht. Wir wurden stets freundlich behandelt und bis jetzt fühlten wir uns nie unsicher in Kolumbien. Wir erreichten an diesem Tag gegen Mittag unser Ziel San Augustin und besichtigten die als UNESCO-Weltkulturerbe geltenden Statuen der San-Augustin Kultur. Im Archäologischen Park gibt es verschiedene Gräber und Statuen zu sehen. Einige sollen über 3000 Jahre alt sein. 

Noch am selben Tag fuhren wir einige Kilometer weiter und übernachteten auf dem Parkplatz eines Hotels. Die tropische Hitze machte uns zu schaffen, deshalb genossen wir die kalte Dusche, denn sonst gibt es praktisch kein Entfliehen. Anderntags erreichten wir die Tatacoa Wüste, diese besteht aus welligem und rot gefärbtem Land, in das Erosion bizarre Canyons gefressen hat. Doch Temperaturen über 40°C luden nicht gerade zum verweilen ein. Wir entschieden uns noch ein bisschen weiter zu fahren und überquerten vor Sonnenuntergang einen Andenpass.

Desierto de Tatacoa
Desierto de Tatacoa

Die Steigungen hatten es in sich und die vielen schwer beladenden Lkws machten die Fahrerei auch nicht angenehmer. Mitten am Pass hörten wir ein Geräusch im Motorenraum, bald war keine Leistung mehr da und es kam nur noch Rauch aus der Motorhaube. Es reichte uns gerade noch an den Strassenrand zu fahren um dem Verkehr zu entkommen. Bald hielt ein anderer Wagen und zwei junge Mechaniker standen uns zur Seite. Schnell war unser Problem gefunden, eine Vorglühkerze war im Innern des Motors abgebrochen und aus einem Zylinder zischte nur noch ein Dieselluftgemisch. Kurze Zeit sah es so aus als hätten wir wegen den abgebrochenen Teilen einen Motorschaden. Wir dachten schon, dass wir nun die Reise mit diesem Fahrzeug hier beenden mussten. Aber anscheinend waren keine Teile im Innern des Motors gelandet und wir setzten eine Reserve-Vorglühkerze ein und konnten weiterfahren! Was für ein Glück wir wieder hatten. Aber es war nicht nur Glück, wie sich herausstellte, fahren die jungen Mechaniker am Wochenende immer den Pass rauf und runter, weil viele Fahrzeuge liegen bleiben. Damit verdienen sie sich ein schönes Sackgeld und mit uns Gringos natürlich noch mehr. Bei ihren Lohnforderungen mussten wir sie ein bisschen bremsen, da sie nur noch $-Zeichen in den Augen hatten. Schlussendlich waren wir aber einfach froh wieder weiter fahren zu können. Im Schneckentempo, eingeklemmt zwischen Lkws, erreichten wir bei Sonnenuntergang die Passhöhe. Nun hiess es nur noch 1800 Höhenmeter zu vernichten um nach Armenia zu gelangen. Mit überhitzten Bremsen und schon bei Dunkelheit passierten wir einen Militärcheckpoint und übernachteten bei einer 24h Tankstelle.

Nach diesem nervenaufreibenden Ereignis wollten wir ein paar Tage Ruhe und fuhren an den Lago Calima. Der Stausee ist mit ganzjähriger Thermik gesegnet und gilt daher als Paradies für Kite- und Windsurfer. Bei einer kleinen Kitesurfschule konnten wir auf dem Grundstück Campen und von dort aus unsere Kites starten. Wir genossen den starken Wind und die angenehme Atmosphäre an diesem schönen Ort. 

Nach drei Tagen auf dem Wasser zog es uns weiter in die Kaffeeregion Kolumbiens rund um die Stadt Armenia. Die Topografie und die nähe zum Äquator schaffen in dieser Region sehr gute Bedingungen für den Kaffeeanbau. So erstaunte es uns nicht, das überall entlang der Strasse Kaffeefelder an uns vorbei zogen. Nun war das Interesse geweckt und wir wollten mehr über die Kaffeeproduktion in Kolumbien erfahren. Deshalb fuhren wir zu einer Kaffee-Finca. Doch dort hätten wir nur zu einem überrissenen Preis stehen können, so zogen wir weiter bis wir schliesslich auf der Hacienda Venecia landeten. Die Hacienda Venecia ist eine über 100 Jährige Kaffeeplantage und wir durften neben dem Gästehaus campieren. Von unserem Schlafplatz Überblickten wir die unzähligen Kaffeepflanzen welche die weichen Hügelzüge säumen. Am kommenden Tag nahmen wir mit einigen anderen Gästen an einer Kaffeetour durch die Hacienda teil. Wir lernten viel über die Pflanzung, Verarbeitung und Röstung des Kaffees. Nach Brasilien und Vietnam ist Kolumbien der drittgrösste Kaffeeproduzent unserer Welt. Natürlich kam Flavio auf seine Kosten, denn der gute Kaffee gab es auf der Hacienda umsonst.

Nach zwei interessanten Tagen liessen wir die Kaffeeregion hinter uns und fuhren über sehr kurvige Strassen in Richtung der Hauptstadt Bogotà. Bald wurde uns klar, dass wir die Strecke, wegen den vielen Steigungen und den Unmengen von LKWs, nicht an einem Tag schaffen werden. Mit einem Zwischenstopp am Rio Negro kamen wir nach zwei Fahrtagen in der Hauptstadt Kolumbiens an. Wir stellten unseren Bus auf einen bewachten Parkplatz in der nähe einer Shoppingmall und machten uns per Bus auf ins Stadtzentrum. Der Schlechte Ruf der Hauptstadt ist verflogen und die anarchische „Mordhauptstadt“ der früheren 1990er Jahre wurde für die Menschen zurückgewonnen und besuchbar gemacht. Das Stadtzentrum ist attraktiv und lädt zum schlendern ein, doch die bittere Armut ist überall präsent und sobald wir uns ausserhalb der Altstadt bewegten fühlten wir uns nicht mehr ganz so sicher. Bettler, Klebstoffschnüffler und Abfallsammler säumen die Strassen und die weissen „Gringos“ wirkten wie ein Magnet, so dass wir uns in die bewachte Busstation flüchteten und gerne wieder zu unserem Camping-Parkplatz ausserhalb der Stadt zurückkehrten. Den Abend verbrachten wir in der Mall und machten wieder einmal einen Kino und McDonalds Besuch. 

Die Plaza in der Hauptstadt Bogota
Die Plaza in der Hauptstadt Bogota

Anderntags begann der Tag regnerisch, dies war für uns ein Zeichen um weiterzufahren. Wir erreichten das wunderschöne koloniale Dörfchen Villa de Leyva, welches ein beliebtes Wochenend-Ziel für die Bewohner von Bogotà ist. In Villa de Leyva scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Grobes Kopfsteinpflaster ziert die riesige Plaza und viele schöne koloniale Gebäude laden zum verweilen ein. Weiter besichtigten wir das „Casa de Barro“, ein Haus ganz aus Ton, mit wunderschönen runden Formen, welches von einem kolumbianischen Künstler erbaut wurde. Wir campierten ein bisschen ausserhalb beim Hostel Renacer und genossen den herrlichen Blick über die sanften Hügelzüge. Nach erholsamen Tagen starteten wir mit einer sehr kurvigen Etappe bis in die Gleitschirmstadt Bucaramanga. Nathy konnte noch am Nachmittag ihren ersten Tandemflug machen und war sehr begeistert von dieser schönen Art zu fliegen. Der Pilot machte mit ihr sogar noch eine kleine Akrobatikeinlage. Anschliessend verbrachten wir eine ruhige Nacht auf dem Gelände der Gleitschirmschule und am nächsten Morgen ging es für uns weiter mit dem Ziel die Karibikküste zu erreichen. 

Wir brauchten schon nur etwa zwei Stunden um die Stadt Bucaramanga zu durchqueren und weiter ging es mit sehr kurvigen Strassen bis auf nur noch 100 m.ü.M. Nach den angenehmen sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen in den Berge, war nun die tropische Hitze zu viel für uns. Als es bereits dunkel wurde, machten wir Halt bei einem kleinen Hotel neben der Strasse und der Besitzer „Jesus“ liess uns gegen ein Abendessen in seinem kleinen Restaurant stehen. Als wir unser Fahrzeug abstellten entdeckten wir einen schönen Toyota Land Cruiser im Innenhof. Jan und Anneke aus Holland sind mit ihrem Toyota durch Afrika gereist und haben weiter nach Südamerika verschifft. Wir tranken ein kühles Bier zu viert und genossen es wieder einmal mit Reisenden zusammenzusitzen. Frühmorgens nahmen wir noch die letzten 250 Kilometer bis an die Karibische Küste in Angriff. Mittags sassen wir in Santa Marta in einem Internetcafé um die Verschiffung zu Organisieren. Die Organisation und der Denkprozess dazu nahm sehr viel Zeit in Anspruch und wir hatten für uns diverse Optionen geprüft, viel recherchiert und sicherlich über 100 E-Mails zum Thema geschrieben. Seit wir uns damit befassten fühlten wir uns im Kopf nicht mehr ganz so frei beim reisen und viele Gedanken kreisten in der Zukunft und nicht mehr im hier und jetzt. Wir hatten schon eine Verschiffung von Cartagena nach Altamira in Mexico mit der Reederei SC-Lines gebucht, doch irgendwie waren wir uns noch nicht so sicher über den weiteren Reiseverlauf und bezüglich unserer Finanzen. Diese Verschiffung hätte etwa 21 Tage gedauert und so wären wir von Mexico zuerst bis Alaska gefahren und im nächsten europäischen Winter wieder zurück nach Mexico und von dort durch Mittelamerika bis Panama weitergereist.

Von Verschiffungsagenten Manfred Alwardt hörten wir, dass SC-Lines häufig grosse Verspätungen hat und dass das Hafenprozedere in Mexico schon fast so kompliziert wie in den USA sei. So entschieden wir uns schlussendlich für eine Verschiffung von Kolumbien nach Panama mit der Reederei Seabord Marine. Somit können wir unserer geplanten Route treu bleiben und unser Budget reicht so sicherlich aus. Da unser Bus nicht in einen Container passt, mussten wir unser Fahrzeug auf ein Flat-Rack (wie ein offener Container) verladen, dieses Flat-Rack wird wie ein Container mit dem Kran auf das Schiff gehoben. In Panama konnten wir dann das Fahrzeug wieder aus dem Hafen auslösen. Die ganze Verschiffung (Fracht, Hafengebühren) organisiert durch den Agenten Manfred Alwardt sollte etwa um die 3000 US$ kosten! Eine schöne Stange Geld, wir haben lange Überlegt ob wir für dieses Geld nicht weiter in Südamerika reisen wollen. Bis zum Verschiffungstermin vom 21. Februar hatten wir noch einige Tage Zeit und wir erkundeten noch die Region der Karibikküste um Santa Marta. Auf dem Campingplatz Los Angeles angekommen sahen wir, dass Jan und Anneke auch schon unter den Kokospalmen am Strand parkten. Wir verbrachten einen schönen Abend zusammen, doch am nächsten Morgen zog es uns weiter da zu viel los war auf dem Camping am Strand.

Wir planten noch bis an die nördlichste Spitze des Kontinenten, Cabo de la Vela, zu fahren. Auf dem Weg nach Norden wurden wir von der Polizei angehalten und der freundliche Beamter meinte, dass wir bei den Indianern im Norden viel Wegzoll bezahlen müssen um in den dünnbesiedelten Norden vorzustossen. Daher entschieden wir uns dagegen diese anstrengende Fahrt noch in Angriff zu nehmen und fuhren anstelle von Cabo de la Vela in das kleine Dörfchen Minca in den Bergen, denn das karibische Meer (unklares Wasser) in Nordkolumbien hatte es uns bis jetzt noch nicht sehr angetan. Wir übernachteten beim Hotel Colonial auf dem Vorplatz in mitten schöner Natur. Leider funktionierte das WiFi nicht richtig, daher entschieden wir uns wieder nach Santa Marta zu warten, da wir so kurz vor der Verschiffung unbedingt Kontakt mit der Aussenwelt brauchten. Nachdem wir mit unserem Agenten Manfred ein Treffen für Mittwoch vereinbart hatten, hiess es für uns, dass wir noch die letzten 200 Kilometer nach Cartagena in Angriff nehmen mussten. Wegen einiger Büroarbeiten fuhren wir zu spät los und so kam es dass es schon bald Nacht wurde und wir zogen es vor einen sicheren Schlafplatz zu finden. In einem kleinen Dörfchen entdeckten wir die Lettern „Hotel“ an einem Eingangstor. Wir fragten die Besitzerin ob wir die Nacht im Innenhof verbringen dürfen und sofort wurden wir eingelassen. Netterweise durften wir sogar eine kalte Dusche benutzen, was bei dieser tropischen Hitze eine richtig Wohltat war. Noch nicht fertig mit abtrocknen, klopfte es an die Tür und die Besitzerin meinte: „Die Polizei ist hier und will die Papiere sehen“. Erfrischt gingen wir hinaus um die neugierigen Herren zu begrüssen. Die zwei Herren in grün wollten alle Papiere sehen und studierten diese eingehend. Bald hatten sie genug gesehen und verabschiedeten sich freundlich. Doch an Ruhe war nicht zu denken, denn schon bald wurden wir von einigen Kindern umringt, die noch nie ein „rollendes Haus“ gesehen haben. Ganz neugierig drängten sie sich an den Bus um noch mehr vom Innenraum zu sehen und waren sichtlich beeindruckt. Endlich war die Neugier der kleinen gestillt und wir konnten in Ruhe schlafen gehen. An einen ruhigen Schlaf war wegen dem starken Lastwagenverkehr, der Hitze und der Mücken nicht zu denken. Einigermassen ausgeruht starteten wir am kommenden Morgen in Richtung Cartagena. Wir steuerten das Dörfchen Turbaco, 10 Kilometer von Cartagena entfernt an, weil wir dort von einem Stellplatz gehört hatten. Als wir auf das Grundstück fuhren, sahen wir schon von weitem, dass ein Pick-up Camper mit Berner Nummernschild auf dem Grundstück stand. Wir erfuhren, dass Barbara und René von Norden nach Süden fahren und dass sie gerade ihr Fahrzeug aus dem Hafen in Cartagena geholt hatten. Die Zwei reisten leider schon am gleichen Tag ab und wir hatten den Platz für uns alleine. Am Abend wurden wir von Alveiro und Gloria, den Gastgebern, auf ein Bier eingeladen und erfuhren viel über Land und Leute. Am kommenden Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Cartagena und trafen uns mit unserem Agenten Manfred in einem Einkaufzentrum. Wir besprachen die Verschiffung und bereiteten die Papiere für die Behörden vor. Wir bemerkten schnell, das Manfred sein Handwerk versteht und uns diese Verschiffung erleichtern wird. Obwohl die Papiere stehts über Unstimmigkeiten zu kontrollieren waren.

Nach einer guten Stunde waren alle Details bezüglich der Verschiffung besprochen und für uns ging es zurück nach Turbaco. Die tropische Hitze im Norden von Kolumbien machte das Alltagsleben für uns nicht gerade einfacher. Schon Morgens um 9 Uhr zeigte das Thermometer 30 °C und bis zur Mittagszeit waren meistens 35° erreicht. Für uns bedeutete dies viel schwitzen, schlecht Schlafen und dass wir uns nie so ganz fit und frisch fühlten. Bald war der grosse Tag und wir fuhren mit unserem Bus zum Hafen. Nach der Waage durfte Flavio in den Hafen fahren und schon bald stand das Fahrzeug auf dem Flat-Rack bereit zum Verspannen. In der Zwischenzeit hatte Nathy mit Manfred einen Schaltermarathon erledigt und überall wechselten einige Kolumbianische Pesos die Seiten. Bald waren die Papiere mit diversen Stempeln verziert, jetzt hiess es für uns nur noch zur Aduana zu gehen um dort einige Blätter zu unterschreiben und dann war der Tag für uns zu Ende. Nun stand uns nur noch die Kontrolle der Antidrogenpolizei bevor, welche aber erst Sonntags kurz vor dem beladen des Schiffes stattfinden wird.

Glücklicherweise hatten wir am Vortag schon ein Hotel in der Altstadt von Cartagena reserviert und so konnten wir dem Taxifahrer nur noch die Adresse angeben und kurz darauf sassen wir in unserem schönen und klimatisierten Hotelzimmer. Was für ein Genuss einen Klimaanlage bei dieser Hitze ist! Wir genossen die zentrale Lage unseres Hotels und besichtigten die schöne, koloniale Altstadt Cartagenas. Die gesamte Altstadt ist von einer eindrücklichen Festungsmauer umgeben und die kolonialen Gebäude sind sehr gut erhalten.

Um die Mittagszeit flüchteten wir uns in eine klimatisierte Mall um der grössten Mittagshitze zu entfliehen. Sonntag Morgens fuhren wir nochmal zum Hafen um die Kontrolle der Drogenpolizei hinter uns zu bringen. Im Beisein der Beamten mussten wir den grössten Teil unseres Werkzeugs ausräumen. Die Polizisten schienen bald zu begreifen, dass es endlos wäre, wenn wir alles ausräumen müssten und so gaben sie sich mit ein paar Stichproben zufrieden. Nach einer halben Stunde war auch diese Kontrolle vorüber und alle Türen und Fenster wurden versiegelt. Dies war für uns nun der letzte Schritt bezüglich der Verschiffung in Cartagena gewesen.

Am Nachmittag mussten wir noch zum Flughafen fahren, da etwas mit der Online Buchung unseres Fluges nach Panama-City nicht geklappt hatte. Etwas mit der Kreditkartenzahlung hatte nicht funktioniert und so konnten wir glücklicherweise den Flug direkt am Schalter bezahlen. Wir genossen noch die freie Zeit in Cartagena und unsere letzten Stunden in Südamerika. Nach wunderschönen, herausfordernden und lehrreichen 15 Reisemonaten in Südamerika brechen wir nun auf um Mittelamerika zu erfahren. Wenn wir in Kolumbien am Meer stehen und nach Norden aufs Meer schauen, überkommt uns schon ein gutes Gefühl, denn wir haben Südamerika auf eignen vier Rädern durchfahren! Der nächste Reisebericht wird unsere Erlebnisse aus Mittelamerika erzählen...Adios! 

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Kommentare: 4
  • #1

    Heinz Dürig (Mittwoch, 02 März 2016 15:03)

    Gelesen und AUSGEDRUCKT .Hoffentlich gute weiter Reise
    Gruss Margret und Heinz.

  • #2

    Bernardo (Donnerstag, 03 März 2016 19:23)

    Hola Amigos desconocidos,
    Me gustó mucho vuestro reportaje sobre Columbia así que los problemas por el embarque. Como fui casi en todos los países de América central y sur tengo la impresión de hacer el viaje con vosotros. Que experiencia, siempre hay días tan bonitos que vosotros puedan olvidar muy rápidamente las cosas inconvenientes.
    Seit ich angefangen habe eure Artikel zu lesen warte ich schon ungeduldig auf den nächsten. Die Fotos sind natürlich eine sehr gute Ergänzung und so kann ich immer wieder feststellen, dass noch sehr viel ähnlich ist wie damals.
    Suerte, buen viaje y hasta la próxima vez.
    Bernardo

  • #3

    hermann liechti (Donnerstag, 03 März 2016 19:44)

    Hei dir zwei Lustige !
    Ha eue schön Bricht gläse super dir heit wider schöni Sache erläbt zB. Gleitschirm flüge isch schön gäu Nati.
    Gniesset die witeri Reis u aues Gueti
    Hermann Margrith u Njna

  • #4

    Flathy (Donnerstag, 03 März 2016 19:55)

    hey hey grossvati,
    oh ja Gleitschirmle fägt mega u würdi grad wider mache....vilicht wird das de no glernt!!!
    ganz liebi Grüessli u dicke knuddel