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Flathy

Wir waren 22 Monate unterwegs und sind nun wieder zu Hause in der Schweiz!

Galapagos - ein kleines Paradies

15.01.2016 – 28.01.2016: Quito – Guayaquil – Baltra (Galapagos) – Galapagos -Kreuzfahrt Route B Angelito – Guayaquil - Quito

Tagelang auf See, wunderschöne und unangetastete und einsame Inselwelten, Riesenschildkröten, Leguane, Seelöwen, Haifische und dies alles hautnah! Für uns war der Besuch der Galapagos Inseln ein lang ersehnter Traum! Nun wurde dieser Wirklichkeit und wir sind begeistert von dieser einzigartigen Natur und Tierwelt die wir aus nächster Näher erleben durften.

Doch zuerst konnten wir bis zum Abflug noch einige Tage in Quito und dessen Umgebung verbringen. Wir besuchten die schöne Altstadt von Quito , mit einem Abstecher zum Vulkan Cotopaxi und zum Denkmal "mitad del mundo". Aber als endlich Samstag war freuten wir uns sehr, als wir unser rollendes Haus auf einem bewachten Parkplatz abstellten und zum Flughafen gebracht wurden.

Mit einem kurzen Zwischenhalt in Guayaquil flogen wir auf die Insel Baltra. Schon aus dem Flugzeug konnten wir schöne türkisfarbene Buchten und verschiedene Yachten auf dem Meer erkennen. Am Flughafen wurden wir von unserem Guide Maja in Empfang genommen. Bald fanden sich auch die 14 weiteren Gäste bei Maja ein. Nach kurzem Kennenlernen und einigem Händeschütteln ging es zum fünf Minuten entfernten Hafen auf Baltra wo schon die Yacht Angelito auf uns wartete. Mit zwei „Dingis“ (Beibooten) wurden wir abgeholt und schon bald konnten wir unsere Kabine auf dem Schiff beziehen. Wir freuten uns wie kleine Kinder endlich mal für einige Tage auf einem Schiff zu leben!

Nun waren wir an diesen geschichtsträchtigen Ort angelangt und kurz einige Worte zu der Vergangenheit von Galapagos. Das Galapagos Archipel besteht aus mehreren Inseln vulkanischen Ursprungs. Die Inseln gehören zu Ecuador und befinden sich 1000 Kilometer entfernt vom Festland mitten im Pazifischen Ozean. Die Inseln wurden früher von Seefahrern und Piraten besucht und „Islas Enscondidas“ genannt. Was so viel wie „verzauberte Inseln“ heisst, denn wegen vorherrschenden starken Strömungen im Meer waren die Inseln mit Segelschiffen nur schwierig zu erreichen.

1570 wurden die Inseln als „Inseln der Schildkröten“ in der Weltkarte aufgenommen. Die Inseln dienten weitere drei Jahrhunderte lang als Versteck und Basis für Walfänger und Piraten. Diese ernährten sich vorwiegend von Seelöwen und nahmen die bis zu 350 Kilogramm schweren und sehr genügsamen Landschildkröten, welche bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen können, mit an Bord. Dies führte zu einer drastischen Dezimierung dieser wundervollen Tiere und einige Arten wurden sogar ausgerottet. Von einst 250`000 Landschildkröten sind heute noch etwa 15`000 Exemplare übrig. Im 19. Jahrhundert diente die Insel Floreana als Strafkolonie, es wurden etwa 500 Häftlinge dort gefangen gehalten. Auf den vier Inseln, Santa Cruz, San Cristobal, Isabela und Floreana, entstanden mit der Zeit Siedlungen. Diese vier Inseln sind noch heute bewohnt, obwohl die Galapagos Inseln seit 1959 als Nationalpark und Meeresschutzgebiet gelten. Diesen Nationalpark duften wir mit der Yacht Angelito besuchen und kennenlernen.

Erst an Bord gegangen und schon starteten die zwei grossen Dieselmotoren und das Schiff nahm Fahrt auf. Wir genossen den ersten Fahrtwind auf dem Sonnendeck. Von nun an wurde der Tagesablauf von unserem Guide Maja vorgegeben und die vielen Inselbesuche, Schnorchelausflüge und Navigationen wurden von den gelungenen Mahlzeiten unterbrochen. Schon am ersten Tag besuchten wir Strand „Las Bachas“ und konnten die ersten Meerechsen aus nächster Nähe beobachten. Wir fühlten uns wie in die Urzeit versetzt. Da wussten wir noch nicht, dass diese schönen Reptilien uns von nun an auf Schritt und Tritt begegnen werden. Bevor es wieder auf die Angelito ging konnten wir noch im glasklaren Meer baden und dabei schwammen uns Baby Haie um die Füsse. Wow! Was für einen schöner Start auf Galapagos! Wir teilten das Schiff mit sieben weiteren Pärchen aus aller Welt. Es gab Pärchen aus Deutschland, England, Holland und den USA. Wir waren eine lustige Gruppe und zwei junge Pärchen verbrachten ihre Honeymoon auf der Angelito. In den kommenden Tagen erkundeten wir diverse Inseln und einige Buchten der grossen Insel Isabela (Route B der Yacht Angelito). Auf kleinen Wanderungen führte uns Maja in die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt von Galapagos ein. Auf Schritt und Tritt begegneten wir Meerechsen und grossen Landleguanen, Riesenschildkröten und natürlich vielen speziellen Vogelarten. Bei einer Wanderung auf der Insel Isabella sagte Maja auf einmal "Pssst, bitte alle ducken", schon bald sehen wir was sie gesehen hatte: Eine Riesenschildkröte kam um die Biegung des Weges und direkt auf uns zu. Seelenruhig kam sie mit ihrem schwerfälligen Gang immer näher, bis sie direkt vor uns stehen blieb und uns neugierig musterte! Uns blieb bei dieser Begegnung sprichwörtlich der Atem weg!

Bei Schnorchelausflügen eröffnete sich uns eine fantastische Unterwasserwelt. Unzählige grosse Fischarten konnten wir beobachten, Pinguine und Seelöwen schwammen an uns vorbei und riesige Meeresschildkröten konnten wir bei der Futtersuche begleiten. Wir hatten Glück, dass wir sogar einen Kormoran und einen Blaufusstölpel bei der Unterwasserjagd beobachten konnten. Am zweitletzten Tag konnten wir Meeresschildkrötenweibchen am Strand beobachten, denn diese vergraben ihre Eier im Sand. Ein völlig erschöpftes Weibchen lag am Strand und ruhte sich aus. Es liess sich auch von uns Touristen nicht stören und schlief friedlich weiter. 

Ein weiteres sehr schönes Erlebnis war, als wir beim Schnorcheln einen Seelöwen entdeckten, der verzweifelt versuchte einen Stein mit sein Flossen umzudrehen. Mehrere Minuten beobachteten gebannt dieses Schauspiel, immer wieder musste der Seelöwe Luft holen und dabei schwamm er neugierig nur weniger Zentimeter entfernt an uns vorbei. Maja vermutete, dass sich ein Octopus unter dem Stein versteckt hatte. Seelöwen haben sie zum fressen gerne ;-)

Dieses „Urvertrauen“ erlebten wir überall auf Galapagos. Die Tiere haben keine schlechten Erfahrungen mit dem Menschen gemacht und nehmen in daher auch nicht als Gefahr wahr. Meist erlebten wir sogar das Gegenteil, dass z.b. eine Riesenschildkröte oder ein Seelöwe auf uns zukommt und sich bei ihren Streifzügen durch die Natur kaum stören liessen. Genau dies machte Galapagos für uns so interessant und die Begegnungen mit den Tieren waren wundervoll! Magische Momente! Wir begegneten hier Tieren, die sich seit der Urzeit nur wenig Verändert haben und fast noch wie Dinosaurier wirken.

Auch unter Wasser erleben wir das gleiche „Urvertrauen“. Wir liessen uns mit Meeresschildkröten treiben, beobachteten einen Seelöwen hautnah bei der Jagd und beim letzten Schnorchelausflug konnten wir eine Gruppe Weissspitzenhaie bei der Paarung beobachten. Doch als die etwa 1.6 Meter langen Haie nur wenige Meter nahe an uns vorbei schwammen, blieb uns die Luft schon kurz weg. 

Die Tiere sind die wahren Stars von Galapagos! Aber auch beeindrucken uns die schönen Strände, jeder anders und schöner als der Andere. Wir wanderten über Lavafelder, erklommen schlafende aber noch aktive Vulkane und entdeckten fast überall Leben in Form von Pflanzen und Tieren. Bei den Streifzügen durch die Natur schlug Maja stets ein sehr langsames Tempo an, dies ermöglichte uns viele Tiere zu beobachten und diese sicherlich nicht zu erschrecken. Meist spielte auch das Wetter mit, doch an einigen Tagen mussten wir auch mit ein bisschen Regen leben. Doch dies war nicht so schlimm, da der Regen warm war. Regenmäntel standen nach der ersten Regenwanderung zur Verfügung. Einzig bei der Wanderung zum Vulkan Sierra Negra ging es richtig durch den Matsch, doch da wir Gummistiefel hatten machte dies riesen Spass!

Wir besuchten auch den sagenumwobenen Post-Office Bay. Im 18. Jahrhundert deponierten dort Walfänger ein Holzfass, welches als Briefkasten diente und jeder der vorbei kam, deponierte dort seine Post oder nahm auf den Nachhauseweg Post in Heimatland mit. Wir haben nun auch ein paar Postkarten im Gepäck die wir auf unserer Reise an die Empfänger übermitteln werden. So können wir auch an diesem schönen Brauch festhalten.

Nach den vielen Landgängen ging es mit den "Dingis" wieder zurück an Bord der Angelito. Wir genossen das Bordleben in vollen Zügen. Die Bordküche wartete stets mit feinen Menüs auf und sogar einen Morgen- und Nachmittagssnack durfte nicht fehlen. Wir schätzen es uns wieder einmal um nichts zu sorgen, kein Essen kochen, kein Abwasch und auch keine Fahrtage. Die Fahrten von Insel zu Insel waren stets interessant und die längeren Fahrten erfolgten in der Nacht während wir meist schliefen, wenn die See nicht zu rau war. Doch ab und zu kam die Yacht schon stark ins rollen, dass an umherlaufen fast nicht mehr zu denken war. Das gesamte Schiffsleben hat uns sehr gut gefallen und wir würden gerne wieder in See stechen! Zweimal überquerten wir den Äquator einmal nach Norden und einmal wieder zurück nach Süden, dies kann man auch nur bei einer solchen Galapagos-Reise in so kurzer Zeit erleben. Bei einer Überfahrt gesellten sich auf einmal mehrere Delfine zur Angelito und spielten in der Bugwelle. Glücklich dies zu sehen, verfolgten wir das unterhaltsame Spiel der Delfine! Was für schöne Tiere!

Am Abend beim Nachtessen gab es immer viel zu Erzählen und wir lernten die anderen Leute besser kennen. Müde von den ereignisreichen Tagen fielen wir jeweils ins Bett.

Die acht Tage vergingen sehr schnell und wir wollten noch gar nicht zurück aufs Festland. Wir sind sehr dankbar was wir alles erleben durften und Galapagos wird sicherlich als unvergessliches „Highlight“ in unseren Köpfen bleiben. Menschenleere Landschaften, unglaubliche Tierbegegnungen und neue Freundschaften das sind die Schlagworte für unser Galapagos-Abenteuer. 

Flavio konnte einen ungewöhnlichen Geburtstag feiern, aufgestanden auf dem Meer auf Galapagos, einem Flug über Guayaquil nach Quito und ein Geburisteak im T.G.I. Friday`s am Flughafen! Was für ein vielseitiger Geburtstag!!! Als Geburtstagsgeschenk erschien in der Berner Zeitung der Artikel "Ein Jahr auf Achse" über unser erstes Reisejahr! Diese Veröffentlichung freut uns sehr!

So schnell waren wir wieder auf dem Festland, bezogen unseren Campingbus und übernachteten noch auf dem Parkplatz. Am kommenden Morgen ging es weiter in Richtung Norden und schon bald überquerten wir den Äquator nun endgültig. Ab jetzt bewegen wir uns auf der Nordhalbkugel unserer Erde! Momentan befinden wir uns auf der Finca Sommerwind in Ibarra. Die Finca ist von einer Deutschen Familie geführt und ein beliebter Overlander Treffpunkt. So wundern wir uns auch nicht, dass hier etwa vier grosse Mercedes Reiselastwagen campen.

Wir nutzen die gute Infrastruktur um unsere Wäsche zu waschen, Fotos zu sortieren und unsere Weiterreise nach Kolumbien zu planen. Am zweiten Abend kommt ein Toyota Geländewagen mit einem Nummernschild aus Colorado. Es stellte sich heraus, dass das junge Paar in der Schweiz lebt und schon bald waren wir in interessante Gespräche verwickelt. Wir freuten uns wieder einmal junge Leute zu treffen und konnten viele Informationen austauschen, denn die zwei fahren von Nord nach Süd.

Bald müssen wir von Kolumbien nach Mittelamerika verschiffen, denn zwischen Kolumbien und Panama gibt es immer noch keine Landverbindung. Wir erkunden uns über Möglichkeiten und holen bei den Reedereien Offerten für eine Verschiffung ein. Dieses Thema wird uns in nächster Zeit noch weiter beschäftigen...Was wir in Kolumbien erleben und wie es weitergehen wird, könnt ihr im nächsten Reisebericht leben.

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Kommentare: 5
  • #1

    Maja (Donnerstag, 28 Januar 2016 19:55)

    Hoi ihr beiden Weltenbummlern.
    Gerade habe ich euren Bericht über unsere Reise gelesen und es freut mich so sehr, dass es euch wieder gut geht auf eurem Weg gen Norden. Ich vermisse euch und habe die Woche nochmals mit euren Bildern gemacht. Wir haben ja wirklich ungeheuer viel gesehen und erlebt.
    Macht es gut und ich werde euch ab und zu auf eurer Weiter-Reise begleiten, wenn auch nur per Internet.
    Eine feste Umarmung und liebe Grüsse
    Maja aus Galapagos

  • #2

    Kürtu und Ursle (Montag, 01 Februar 2016 09:28)

    Hoi Zäme
    Interessant mit öich z'reise, dir erläbet ja ungloublech viu abentürlechs u schöns, aber oh nid nume einfachs! Ha öie link a de junge vore cousine v. kürtu gä, sie hei ou vor, die reis zmache, in umgekehrter richtig.
    lg u witerhin viu schöns, e gueti reis u danke für die usgezeichnete u informative reisebrichte!
    kürtu und ursle

  • #3

    Bernard(o) (Dienstag, 02 Februar 2016 20:09)

    Hola Amigos,
    Wahrscheinlich habt Ihr noch nicht festgestellt dass ich mir erlaubt habe Euch ab und zu auch eine kleine Nachricht zu hinterlassen. Seit ich die BZ gelesen und alle eure Berichte nachgelesen habe, spürte das Bedürfnis auch Euch etwas zu schreiben. Ich habe bei eurem Bericht vom 19 Okt. und auch bei fast allen nachfolgenden eine kleine Bemerkung angebracht.
    Was für ein Glück dass Ihr die Galapagos erleben konnten. Eure Fotos sind super, leider reichten damals unsere Finanzmittel nicht um dorthin zu gehen. Ich fragte mich während dem Lesen wie kommt Ihr nach Panama? Jetzt ist alles klar, nur Schiff oder Flugzeug. 1972 waren wir überrascht dass wir von Venezuela nicht nach Zentralamerika konnten, deswegen haben wir nur Südamerika bereist. 1997 war ich in Costa Rica und Panama, in Panama hat man mir gesagt, nach Kolumbien gibt es nur Schmuggelweg und die sind gefährlich, dafür gibt es jetzt einen Weg von Venezuela nach Manaus durch den Amazonas. Bin natürlich gespannt was Ihr über Kolumbien berichtet und wo Ihr durchfährt.
    No quiero escribir mucho más porque no sé si vosotros tienen interesa, pero a mí me fascina viajar. He visto casi todo los países de América del sur y central así que los Estados Unidos. En esta época los vuelos fueron mucho más caro y el dólar valía 4.31 franco suizo.

  • #4

    Heinz (Dienstag, 09 Februar 2016 11:13)

    Schöne Bilder. Gruss Margret und Heinz.

  • #5

    liechti Hermann (Samstag, 13 Februar 2016 11:40)

    Hei dir zwei Lustigen.
    Eure Reise ist auch für uns sehr interessant zu verfolgen. Natürlich die schönen Fotis
    von Euch sind wunderbar. Wir wünschen Euch weiterhin alles Gute.
    Liebe Grüsse
    Margrith und Hermann