News

Flathy

Wir waren 22 Monate unterwegs und sind nun wieder zu Hause in der Schweiz!

Campo Las Brisas

31.03.2015 – 20.04.2015: Campo Las Brisas

Die letzten Wochen sind wie im Flug vergangen. Seid nun gut drei Wochen hüten wir den Campo Las Brisas mit seinen vielen Tieren und Pflanzen. Wir wohnen in dem mehr als 100 Jahre alten Lehmhaus, welches von Maja und Bruno liebevoll wieder aufgebaut wurde und geniessen die üppige Vegetation rund ums Haus und auf dem grossen Grundstück. Auf der Weide grasen zehn Black Angus Rinder, im Hühnerhaus wohnen um die zwei Dutzend Hühner und im Moment noch etwa soviel Küken, sowie auch sechs Perlhühner mit sechs Perlhuhnküken und das Wohnhaus ist bewohnt von den fünf Wachhunden, den zwei Schmusekatzen und natürlich von uns. Weiter gibt es noch einen riesigen Teich, der von Fischen und Schildkröten bewohnt ist. Unter der Woche Tagsüber sind Maestro Pablo und Jorge, die zwei Arbeiter irgendwo auf dem Campo und erledigen anfallende Arbeiten am und ums Haus oder bauen am zweiten Haus auf dem Grundstück.

All diese Tiere wollen natürlich versorgt und gepflegt werden, das heisst, dass wir normalerweise so um halb acht aus den Federn müssen. Die Hühner werden bei Tagesanbruch aktiv und somit wollen sie Futter und der Stall muss gemistet werden, dies übernimmt unter der Woche Maestro Pablo und am Wochenende wir. Somit können wir uns unter der Woche am Morgen gerade als erstes um die fünf Hunde kümmern. Die Hundebande begrüsst uns immer schon sehr stürmisch, wenn wir aus dem Schlafzimmer kommen und manchmal kommt es sogar vor, dass einer der Hunde bis ans Bett kommt um uns zu sagen „Es ist Zeit zum aufstehen, ich will essen“! Also stehen wir auf und dann machen wir das Futter für die Hunde bereit. Der Grösse nach gilt es Futter abzumessen, Rex der grosse deutsche Schäferhund erhält gleich viel wie Pingi der Labradormischling. Dann kommt Chico, ein mittelgrosser Mischlingshund und zu guter Letzt kommen die zwei kleinen Anführer Punti und Bazzi. So setzt sich die verfressene Rasselbande zusammen. Gierig schlingen Chico, Punti und Batzi das Futter runter, ein bisschen gemässigter geht es bei Rex zu und her und Pingi lässt sich sogar manchmal ein bisschen Zeit. Nach dem Füttern ziehen wir unsere Overalls über und dann geht es meistens zu Fuss in den benachbarten Eukalyptuswald um der Rasselbande ein bisschen Auslauf zu geben. Die Vorfreude auf den Spaziergang ist bei den Vierbeinern meistens sehr gross und sie können fast nicht warten bis das Tor zum Wald geöffnet wird. Die Spaziergänge im Wald sind meistens von Einsamkeit geprägt. Auf kleinen Trampelpfaden geht es durch verschlungene und überwachsene Wege, weiter über kleine Lichtungen und entlang von Bewässerungskanälen. Nach etwa einer Stunde ist die Rasselbande meistens ein bisschen Müde und wir haben Hunger, somit ist Zeit für ein gemütliches Frühstück. 

Alles im Haus wird mit Gas betrieben, Gaskochherd und Backofen sowie Gasdurchlauferhitzer für Warmwasser. Geheizt wird mit einer Schwedenofen und mit einer Zentralheizung, welche durch Holz befeuert wird. Nach dem Frühstück lassen wir die Hühner aus dem Gehege so dass sie den ganzen Tag auf dem Grundstück selber Futter suchen können. Nun haben wir eigentlich den Tag für uns und können einige anfallende Arbeiten auf dem Campo erledigen oder an unserem Reisefahrzeug Basteln und Schrauben. Am Abend gilt es wieder die Hühner und Hunde zu füttern und mit der Hundebande eine kleine Runde zu drehen. Somit besteht eigentlich ein sehr geregelter Tagesablauf an den wir uns schon sehr gewöhnt haben. Natürlich darf aber auch die gemütliche Seite nicht zu kurz kommen und so genehmigen wir uns immer wieder mal ein Bad im erfrischenden Pool, nehmen uns Zeit um ein bisschen zu lesen oder beobachten die Tiere auf dem Campo.

Die letzten Wochen waren bei uns sehr gefüllt mit zu erledigenden Arbeiten auf dem Campo und natürlich mit viel Arbeit am Bus. Wir haben das ganze Bett um 30 cm angehoben und dadurch einen schönen zusätzlichen Stauraum bekommen. Den ganzen Umbau im Innenraum haben wir mit Holz gefertigt und nun sind wir noch am lackieren der neuen Teile. Wir genossen es wieder einmal solch schöne Arbeiten mit Holz zu machen und dabei bemerken wir immer, dass an uns vielleicht doch ein Schreiner verloren gegangen ist. Weiter haben wir auch den ganzen Dachträger demontiert, verkürzt und verstärkt. Die Schweissarbeiten hat uns Daniel, alias El Brasilero, der Schweisser aus der Region erledigt. Auch hat er uns paar Löcher im Auspuff geschweisst und eine Schutzplatte für den Treibstofftank, da dieser nach Patagonien schon einige Beulen aufweist. Wir genossen die besuche beim Brasilero, da er immer noch für ein Schwatz offen ist und sich auch für einem viel Zeit nimmt.

Weiter haben wir noch den ganzen Auspuff von Rost befreit und neu mit Hochtemperaturfarbe bepinselt und auch das Differential und die Hinterachse wurden durch Steinschläge und das viele Salz rostig und mussten vom Rost befreit werden und neu bemalt werden. Das Salz macht natürlich allen Fahrzeugen zu schaffen, aber es handelt sich nicht um Salz vom vergangenen Winter, nein, es handelt sich im Salz welches in die Schotterpisten eingearbeitet wird im die Piste zu verfestigen. Säckeweise wird Salz mit einem Bulldozer oder Grader eingearbeitet und dies ist natürlich für das Chassis nicht gerade eine Wohltat. 

Wenn wir nicht mit arbeiten am Bus beschäftigt sind erledigen wir anfallende Arbeiten auf dem Campo. Bäume und Sträucher schneiden, Rosen schneiden, Futter für die Tiere holen, Pool-pflege und vieles mehr... es gibt immer etwas zu tun.

Langsam aber sicher haben sich die sommerlichen Temperaturen verabschiedet und es ist nun herbstlich geworden. Die Blätter verfärben sich und fallen zu Boden, die Nächte werden sehr kühl und an schönen Tagen erreicht das Thermometer noch ein bisschen mehr als 20 °C. Aber glücklicherweise hat es bis jetzt nur einmal kurz geregnet und der Herbstliche Regen hat noch nicht eingesetzt. Die Leute hier wünschen sich Regen, da es nun seit gut vier Monaten keinen Tag mehr geregnet hat.

Wir sind froh, solange es nicht regnet, da wir noch einige Arbeiten draussen erledigen wollen.

Im grossen und ganzen geniessen wir die Zeit und das Leben hier in vollen Zügen. Uns gefällt es sehr jeden Tag selber zu bestimmen, welche Arbeit wir wann und wie lange erledigen. Was für ein riesiges Privileg! Auch schätzen wir die Annehmlichkeiten eines häuslichen Lebens, wie jeden Tag eine warme Dusche, einen Backofen um schöne Gerichte zu Zaubern und eine gut ausgebaute Werkstatt um am Bus zu schrauben. 

Maja und Bruno sind nun seit drei Wochen im Norden von Chile unterwegs und werden wahrscheinlich noch etwa eine weitere Woche auf der Strasse verbringen. Wir mögen ihnen diese Auszeit vom routinierten Leben auf dem Campo gönnen.

In den nächsten zwei Wochen sollte unser neues Lenkgetriebe hier eintreffen, dann müssen wir dies noch einbauen und wären somit wieder bereit um weiterzuziehen. Wir denken, dass wir in den ersten Mai Wochen gegen Norden aufbrechen werden.

Im Moment ist es fast Acht Uhr morgens, draussen 4 °C und wir und die Hunde sitzen alle um den Schwedenofen und schreiben zusammen am Blog.

Allen zu Hause wünschen wir einen schönen Frühling und wir gehen jetzt in den Hühnerstall...;-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    evi (Donnerstag, 23 April 2015 19:06)

    Hallo Zämä!
    Danke für die vielen schönen Fotos! (Hut ab zur aufgeräumten Werkstatt!;) )
    Hoffe,dass der Bus wieder wie neu wird,damit ihr weiterziehen könnt. Wie gesagt,wenn ihr noch Platz für Rex habt,nehmt ihn für mich mit! ;)
    Schaue bald wieder hier rein um die spannenden Reiseberichte zu lesen.
    Gaaanz liebe Grüsse aus der warmen Schweiz!
    Knuddu vom evi

  • #2

    Catherine (Sonntag, 26 April 2015 00:22)

    Hallo Dir zwöi "Flathy's"
    härzleche Dank für die informative Gschichte u Föteli - ganz schön chaut am Morge, brrr! Mir hei in Wien ir Nacht so um die 10°C u hüt isch es ar Sunne sogar 24°C gsi :-) Der Früehlig isch im volle Gang u d'Bäum si voller hällgrüene Blättli u teilwys ou mit duftende Blüete gspickt. Guet, dass Dir zwöi äs Öfeli heit!!
    Ganz liebi u wärmendi Umarmerlis u strichelet alli Vichli (v.a. di Vierbeinige mit Fell) für mi, häbet's guet u Bis gli wieder hie uf däm "Chanel" Eui Catherine & Rasselbande

  • #3

    Sven (Montag, 11 Mai 2015 21:02)

    Hallo Flavio und Freundin,
    da ist echt ein Handwerker verloren gegangen an Dir. Holz und Metallarbeiten stellen überhaupt kein Problem dar. Und so ein Lenkgetriebe ist eben auch mal schnell gewechselt. Sehr beeindruckend!!!
    Also weiter so, viele schöne Moment wünscht Euch Sven und Familie.